Zum offenen Brief an OB Gönner: Jugendliche in Ulm stärken

Dieser Beitrag wurde ursprünglich von Frederik Riek in unserem kommunalen Blog "Ulms neue Mitte" veröffentlicht, den wir einstellten, um alle Inhalte auf dieser Website zusammenzufassen.

Um Jugendliche und Kinder in Ulm muss sich gekümmert werden – und zwar noch stärker als bisher.


Folgendes schreiben die beiden CDU-Stadträte Barbara Münch und Christof Nagel in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister Ivo Gönner:


Punkt 1:


Vom 1. Juli an müssen die Jugendhäuser mit weniger Personal auskommen, da die Zivistellen wegfallen.


Die beiden CDU-Stadträte beantragen, den Jugendlichen dennoch die Möglichkeit zu geben, sich von Montag bis Samstag zu treffen. “Kürzungen bei Öffnungszeiten und Personal der Jugendhäuser lehnen wir ab”.


Punkt 2:


Weiterhin soll die mobile Jugendarbeit erhalten werden. Bei Streetworkern sollen Kürzungen vermieden werden. Zudem begrüßen Münch wie Nagel die Überlegungen der Verwaltung, die Schulsozialarbeit an Realschulen auf eine Stelle pro Schule auszuweiten.


Punkt 3:


Die Räte fordern eine starke Polizeipräsenz an bekannten Drogenumschlagsplätzen in Ulm. Aufklärung und Hilfe für jene, die bereits von Suchtmitteln abhängig sind, seien bereitzustellen. Der Ausbau der Drogenhilfe habe für Münch und Nagel Priorität.


Punkt 4:


Abschließend schlagen beide vor, die Ergebnisse der Jugendstudie 2008 zu Rate zu ziehen und im zuständigen Ausschuss zu berichten, ob die Ziele von damals umgesetzt werden konnten.


Meine Meinung dazu: Das Frau Münch und Herr Nagel mal nach Jahren im Gemeinerat  richtig aktiv werden, finde ich ja lobenswert. Allerdings bringt der “offene Brief” wieder mehr Fragen auf, als das er die Probleme löst.


Zum 1. Punkt: Es reicht nicht, hier die Öffnungszeiten der Jungendhäuser zu verlängern, sich vorerst dem dort angeboteten Programm  zu widmen. Ich habe verschiedene Erfahrungswerte gesammelt und diese gehen sehr weit auseinander. Aber eine Verlängerung der Öffnungszeiten, ohne Konzept und Programm, lehne ich ab.


Zum 2. Punkt: Immer wieder schön zu erfahren was gut läuft und der Einzelne begrüßt.


Zum 3. Punkt: Typische “Lösung” von Unionspolitiker. Am besten noch die Verbote erweitern……


Zum 4. Punkt:  Was machen diese beiden eigendlich, wenn der zuständige Ausschuß Ihnen bei allem Recht gibt, aber darauf verweist “es gibt keine finanziellen Mittel dafür”??? Selber an die Donauwiese und aufpassen??? Am Wochenende im Jugendhaus dienst schieben???


Fazit: Schlecht erabeitete Vorschläge, die nur eines im Sinn haben, sich wieder bekannt zu machen. Man sollte stattdessen das Problem offen und lösungorientiert mal angehen. Auch wenn man sich als Lokalpolitiker dadurch ggf. eine blutige Nase holt. Das Problem mit Jungendlichen beginnt schon im Elternhaus und nicht erst im Jugendhaus. Man befasst sich nicht mehr genug mit dem Jungendlichen als Mensch, sondern mit den “Problemen” die Jungendliche erzeugen. Daher erstmal wieder der Jungendliche als “Mensch” in den Vordergrund und dann hat man eine Chance.