Senioren als Gefahr im Straßenverkehr?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich von Nicolas Marschall in unserem kommunalen Blog "Ulms neue Mitte" veröffentlicht, den wir einstellten, um alle Inhalte auf dieser Website zusammenzufassen.

Heute konnte man bei den SWR.de Lokalnachrichten für Ulm online lesen:


Ulm

Senioren sollen auf Auto verzichten

Die Stadt Ulm will mit einem zusätzlichen Angebot für Senioren die Unfallzahlen reduzieren. Wie die Stadtverwaltung heute mitteilt, können Senioren ab sofort und einmalig eine kostenlose Jahresfahrkarte für das gesamte DING-Gebiet erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass sie ihren Führerschein freiwillig abgeben und ihr Auto abmelden, heißt es in der Mitteilung. Das Angebot ist auf 100 Jahres-Fahrkarten begrenzt. Dabei arbeitet die Stadt Ulm mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm und anderen Partnern zusammen.


Deklassiert diese Aktion unsere älteren Mitbürger zu einer Gefahr im Straßenverkehr? Nunja, mir hat auch schon einmal eine Seniorin die Vorfahrt genommen, in dem sie erst ein Stop-Schild und dahinter mein Auto übersah (ich konnte ausweichen). Aber immerhin sieht man Senioren nicht am Samstag Abend (und auch sonst nicht) mit getunten Karren und aufheulendem Motor viel zu schnell Slalom durch den Ulmer Innenstadt-Verkehr rasen. Und solche Aktionen jüngerer Mitbürger habe ich nicht einmal gesehen sondern ein paar Mal die Woche… Können wir uns nicht darauf einigen, dass es wohl in allen Altersgruppen Leute gibt, die besser den Bus nehmen sollten? Wäre es nicht besser, dies zu einer Aktion für alle zu machen, die der Umwelt zuliebe das Auto aufgeben wollen?


Lohnen tut es sich allemal. Seitdem ich in Form des DING Profitickets eine Jahreskarte für die Ulmer Busse habe und mein Auto manchmal wochenlang unbenutzt in der Garage steht, habe ich nämlich eine Menge Geld gespart. Nicht mehr zweimal pro Monat für über 60 EUR tanken, weniger KFZ-Versicherung, keine Parkgebühren, und langfristig wirkt es sich über den Verschleiß auf die Wartungskosten und den Wertverlust meines Autos aus. Der Arbeitgeber gibt einen Zuschuss zum Ticket-Preis, und unter dem Strich spare ich eine Menge Geld.


Allerdings muss die SWU noch einiges tun, um ihre Busse auch attraktiv zu halten. Wenn zu größeren Zeitfenstern am Tag in den vollen Bussen kein Sitzplatz zu bekommen ist und die Rollstuhl-, Kinderwagen- und Gehhilfe-Abstellplätze schon jetzt oft überbelegt sind, werden sich gerade Senioren das noch einmal überlegen.

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Frederik Riek (Montag, 22 September 2014 11:49)

    (Kommentar ursprünglich vom 16.09.2011)

    Ich ich kann mich da dem Beitrag von Nicolas nur anschließen. Was in Hinsicht auf die Kosten der KFZ-Versicherung für Senioren (ab 70 Jahre) noch dazukommt ist, daß die Beiträge in den kommenden Jahr(ren) deutlich steigen werden. Dies ist ein Indikator dafür, daß die Unfälle der 70+ Generation zugenommen haben. Natürlich auch weil die Versicherungen probieren die Senioren zusätzlich zu “schröpfen” um die seit Jahren anhaltenden roten Zahlen etwas zu senken. Was ich zum Teil auch nachvollziehen kann (was die steigende Schadensstatistik angeht), da u.a. die Verkehrsführung immer anspruchsvoller wird und der Straßenverkehr immer mehr zunimmt. Fazit: Durch die Nutzung der öffentlichen Nahverkehrs spart man nicht nur viel Geld, man schont die Umwelt und ist erwiesener Maßen sicherer unterwegs.