Kritik zur Fernwärme Ulm

Dieser Beitrag wurde ursprünglich von Frederik Riek in unserem kommunalen Blog "Ulms neue Mitte" veröffentlicht, den wir einstellten, um alle Inhalte auf dieser Website zusammenzufassen.

Manieren wie bei diversen Telekommunikations-Unternehmen


Die Fernwärme Ulm GmbH (Fug) hat ihre Kunden Ende September 2011 vor die Wahl gestellt. Derjenige, der bei dem seit 1995 geltenden Vertrag bleibt, bezahlt ab 1. Oktober 2011 8,8 Prozent mehr für Fernwärme. Wer aber das neue Vertragsangebot aufgreift, dem, so heisst es, bleibe die aktuelle Preiserhöhung erspart.


1. Kritikpunkt:


Diese Vorgehensweise ist nicht nur das eigentliche Problem. Sondern auch das Schreiben,

das die Kunden erhalten haben, ist in einem Deutsch gehalten, dass der Durchschnittsbürger kaum verstehen kann. Dazu kommt noch, dass die Kunden innerhalb einer Jahresfrist mit einer Erhöhung von 25 Prozent konfrontiert werden, wenn sie am bisherigen Vertrag festhalten würden. Eine Wechselmöglichkeit zu einem anderen Anbieter besteht nicht. Diese Vorgehensweise kenne ich bisher überwiegend nur von privaten Telekommunikationsunternehmen und nicht von einem “öffentlichen Energieversorger”.


Hinweis dazu:


Der Grund für die Neufassung ihres Vertrages: Seit 1995 orientiere sich das Unternehmen in seiner Preisgestaltung am leichten Heizöl. Wenn das Öl teurer wurde, dann durfte die Fug ihre Preise auch entsprechend anheben. Sank, wie 2009 der Heizölpreis, so musste die Fug auch die Preise senken.


Diese u.a. von vielen Fernwärmeproduzenten praktizierte Kalkulation habe der Bundesgerichtshof im Frühjahr untersagt. Preisgleitformeln, so hielten die Richter damals fest, müssen transparent sein, die Preise für tatsächlich eingesetzte Brennstoffe berücksichtigen und die Kosten für CO2-Zertifikate und Investitionen einfließen. Genau dies habe die Fug in ihrem neuen Vertrag berücksichtigt. Der bisherige, auf leichtem Heizöl basierende Vertrag, sei aber nicht hinfällig geworden, so dass sich jetzt die Wahlmöglichkeit für den Nutzer ergebe.


2. Kritikpunkt:


Wer den neuen Vertrag genau durchliest, stellt folgendes fest: Wer sich im Verbrauch einschränkt, zahlt künftig genau so viel, als wenn er drauflos heize. D. h. Wenn jemand wirklich viel braucht, dann wird er dadurch tatsächlich entlastet. Absolut unsinnig und alles andere als ökologisch oder ökonomisch.


3. Kritikpunkt:


Die Fug bezieht einen satten Anteil der Heizwärme aus der Müllverbrennungsanlage. Die Kosten sind genau so hoch wie für die Brennstoffe Holz, Kohle und Gase, die sie in den eigenen Höfen verheizt. Der wirtschaftliche Erfolg dadurch müsste an die Verbandsmitglieder wieder ausgeschüttet werden, da die Fernwärmekunden eine Gebühr verrichten.


Meine Vorschläge:

  • Abschaffung des “Monopols” der Wärmelieferung der Fug.
  • Transparente und verständliche Kundeninformationen mit neuem Preissystem.
  • Einen neuen und unabhängigen Geschäftsführer.